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Spiel oder Realität?

Das bekannteste Onlinerollenspiel „World of Warcraft" (WoW), welches seit 2005 auf dem Markt ist, hat weltweit über 11 Millionen aktive Spieler, allein in Deutschland rund 1,5 Millionen. Mit diesem Spiel werden jährlich mehr als 1,7 Milliarden Euro umgesetzt, da der Zugang monatlich gebührenpflichtig ist (z.Zt. 13€).  

 

Zum Teil gehen Spieleanbieter dazu über, auch für aufwendige Fantasyrollenspiele oder andere Szenarien, kostenfreie Zugänge anzubieten. Für einen Spieler, der mehr erreichen möchte, gibt es dann die Möglichkeit, virtuelles Equipment durch reale Zahlung zu erwerben. Einige Experten sehen darin eine besondere Gefährdung, da bei entfalteter Sogwirkung des Spieles die Kosten kaum kontrolliert werden können. Die deutschlandweit größte Studie zu diesem Thema fand heraus, dass 8,5% der fünfzehnjährigen WoW-Spieler die Symptome einer Abhängigkeit aufweisen und über 10% gefährdet sind, eine Sucht auszubilden.  

Neben Onlinespielen können auch Offlinespiele (v.a. Konsolenspiele) ein ähnliches positives oder negatives Potential entfalten - je nachdem wie sie in die Freizeitaktivitäten integriert und intendiert sind.  

 

Mitunter erhält man von einem Spieler auf die Frage nach der Bevorzugung von Realität oder Spiel folgende Antwort:  

 

„Ich bevorzuge definitiv das Spiel. Dort werde ich respektiert und habe meinen Spaß und muss nicht lernen. Kurz, es ist einfacher zu meistern als das real life. Man kann einfach sein, was man will, und tun, was man will. Ich bin kein Verlierer, sondern kann der große Held sein, anders als im realen Leben."  

(aus einer Befragung von A. Binder, zitiert bei „Erziehungskunst" 12/2009 S.12)  

 

Mehr zum Thema

Folgen übermäßigen Bildschirmmediengebrauchs (PDF)  

(Psychosoziale und körperliche Folgen)  

 

nach: Dr. Thomas Mößle  

Diplom-Psychologe, KFN (Kriminologisches ForschungsinstitutNiedersachsen e.V.)  

et al, 2008  

Grundlagen der Beratung

Beratungsplan Medienabhängigkeit  

(PDF, 179 KB)  

 

Kurzleitfaden für Angehörige  

(PDF, 181 KB)  

 

Verhaltens-Prinzipien für Angehörige  

(PDF, 162 KB)  

Hilfsangebote auf mediensucht-MV

Regionale Netzwerke in der Medienarbeit