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Onlinesex bzw. Cybersex (Onlinesexsucht)

Sex findet als elementares menschliches Bedürfnis seine Analogien im virtuellen Raum wie viele andere Verhaltensweisen. Letztlich war die Pornoindustie der entscheidende Antrieb für das sich innerhalb weniger Jahre weltweit rasant ausbreitende Internet.  

Onlinesexsüchtigen fällt es im Umgang mit anderen oft schwer, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen und zu artikulieren. Neben der massiv eingesetzten Zeit führt das Verhalten zu Beziehungskrisen bis zur Aufgabe. Familienväter zerstören auf diese Weise nicht selten ein intaktes Familienleben.  

 

Erste Schätzungen gehen in Deutschland von über 1 Million Betroffenen aus. Teilweise verachten diese sich selbst für ihr Verhalten und versuchen, den entsprechenden Teil ihrer Persönlichkeit zu verdrängen oder abzuspalten, wenn sie nicht online agieren.  

 

Angehörige, die die Sucht ihres Partners entdecken, sehen sich einem massiven Vertrauensbruch ausgesetzt, sie fühlen sich betrogen, enttäuscht und wütend. Die Frage nach der eigenen Unzulänglichlichkeit, dem Sinn und der Tragfähigkeit von Liebe wird präsent, mitunter übermächtig.  

 

Onlinesex wird konsumierend oder interaktiv praktiziert. Der reine Konsum, also das Suchen und Sammeln von pornografischem Material, mündet meist in eine exzessive Selbstbefriedigungspraxis. Die interaktiven Varianten, wie das Chatten, Mailen und das Übertragen von Webcambildern mit ausschließlich sexuellen Inhalten, kann ebenfalls zu einer Selbstbefriedigungssucht führen. Hierbei sind allerdings auch schnell wechselnde reale Kontakte, die hauptsächlich der Triebabfuhr dienen, möglich.  

 

Das Problem der Onlinesexsucht betrifft derzeit vor allem junge und ältere Erwachsene - überwiegend Männer. Ein uneingeschränkter Zugang von Jugendlichen zu allen Angeboten des Internets lässt jedoch auch für diese Altersgruppe eine ungünstige Wirkung vermuten. Teilweise berichten schon 14-Jährige von einem regelmäßigen (harten) Pornokonsum. Eine Einschränkung der Beziehungsfähigkeit und die Ausbildung einer egozentrischen Sexualität könnten die Folge sein.  

 

Grundlagen der Beratung

Beratungsplan Medienabhängigkeit  

(PDF, 179 KB)  

 

Kurzleitfaden für Angehörige  

(PDF, 181 KB)  

 

Verhaltens-Prinzipien für Angehörige  

(PDF, 162 KB)  

Hilfsangebote auf mediensucht-MV

Regionale Netzwerke in der Medienarbeit