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Chatten und Informieren (Informations- und Chatsucht)

Der Cyberspace wird mehr und mehr zum elektronischen Spielplatz von Jugendlichen, meint die Soziologin Sherry Turkle. Bei entsprechender Medienkompetenz könnte das Internet für Jugendliche als Orientierungshilfe dienen.  

 

Die Anerkennung im virtuellen Raum, das gefahrlose Testen von Rollen und Identitäten und die Abgrenzung von der Erwachsenenwelt bieten eine Reihe von interessanten, fördernden Möglichkeiten. Ist die Fähigkeit zur Verhaltensregulation bei dem Nutzer jedoch noch nicht ausgereift, kann der Internetgebrauch problematisch werden.  

 

So können neben den Spielen auch die virtuellen sozialen Netwerke, die über Plattformen wie Schüler VZ, facebook oder myspace; Instant Messaging (sofortige Nachrichtenübermittlung) wie ICQ oder MSN geknüpft werden, eine starke Sogwirkung entfalten. Der ständige Drang, die eingehenden Mitteilungen und Anfragen zu überwachen, um möglichst zeitnah reagieren zu können, schränkt auf Dauer den Handlungsspielraum ein.  

 

In Verbindung mit der Suche nach Informationen oder Unterhaltung kann durch das Internet das Gefühl einer umfassenden und sinnvollen Beschäftigung erzeugt werden. Die im Menschen angelegte Neugier wird durch immer neue Angebote, Verweise und Links angeregt, so dass ein „Strudel" im virtuellen Informationsmeer entsteht. Allein bei youtube wurden 2008 pro Minute ca. 20 Stunden Videomaterial hochgeladen. Es wäre ein Menschenleben notwendig, um die neuen Internet-Inhalte eines Tages zu sichten. Auf diese Weise kann bei der Beschäftigung mit dem Netz keine Langeweile entstehen - ein entscheidendes Argument vieler Jugendlicher für ihre intensiven Nutzungsgewohnheiten. (Der Verlust der Muße wird dabei gern toleriert oder nicht wahrgenommen.)  

 

So lange bei einem Nutzer der Eindruck erhalten werden kann, dass seine Netzaktivitäten bedeutsam sind - beispielsweise durch die Intentionen: Halte so viele Kontakte wie möglich aktiv aufrecht! oder: Finde die entscheidende Information! - sind diese als Teil des Selbstfindungsprozesses zu verstehen. Letztlich sucht also jeder User nach sich selbst. Menschen mit unreifer Ich-Struktur oder narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, ängstliche und depressiv tendierende sind besonders gefährdet, sich bei dieser Suche im Virtuellen zu verlieren.  

 

Grundlagen der Beratung

Beratungsplan Medienabhängigkeit  

(PDF, 179 KB)  

 

Kurzleitfaden für Angehörige  

(PDF, 181 KB)  

 

Verhaltens-Prinzipien für Angehörige  

(PDF, 162 KB)  

Hilfsangebote auf mediensucht-MV

Regionale Netzwerke in der Medienarbeit